Über’s Ziel hinaus

31.10.2017 | Autor Dominique_Lattich

Untersetzer, Fähnchen, Bonbons, Spielfiguren, T-Shirts, Socken, Tee, Ausstecher, Brettspiele… Die Liste der Fanartikel ist scheinbar endlos. Allerdings ist hier nicht die Rede von einem Fußballclub, „Star Wars“ oder „Hello Kitty“. Vermarktet wird hier kein Geringerer als Martin Luther.
Während ich beim Einkaufen in einem Regal eine Martin Luther-Backmischung sehe, frage ich mich, ob er überhaupt ein Freund von Schokokuchen war. Oder ob er ein leidenschaftlicher „Reformations-Skat“-Spieler war. Hauptsache Luthers Gesicht ist abgebildet, damit es für fünf Euro mehr in den Handel gehen kann. Gänzlich fehlt oft der Bezug zur Person Martin Luther und das, wofür er stand.
„Ich fürchte nichts, weil ich nichts habe“, sagte er einst. Und so frage ich mich, ob er diesen ganzen kommerziellen Wahn gut finden würde. Was würde Martin Luther dazu sagen, wenn er heute mal einen Blick in die Regale der Kaufhäuser werfen würde?
Zugegeben: gut und schön, dass er im Lutherjahr so präsent ist. Für mich ist der heutige Tag auch der Reformationstag. Und nicht Halloween.
Aber sollte man dann nicht mehr im Sinne desjenigen handeln, den man so feiern möchte? Sollte man nicht seine Worte beherzigen, sich mit seinen Thesen auseinandersetzen und das, was er der Menschheit sagen wollte, weitergeben?
„Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“
Und für viele Menschen wird das wohl noch lange Zeit schlichtweg das liebe Geld sein. Noch vor bedeutenderen Werten.

Ihre
Dominique Lattich
November 2017

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