Nachwuchs-Dirigenten im nächsten Sinfoniekonzert

03.11.2017 | Autor marcus

3. Sinfoniekonzert „Späte Blüte“ mit Werken von Beethoven, Haydn und Broström

Rudolstadt. Es gibt viele Gründe, warum einzelne Werke selbst von bedeutenden Komponisten in den Hintergrund oder gar in Vergessenheit geraten können. Mit der 6. Sinfonie „Pastorale“ von Beethoven und dem 1. Cellokonzert von Haydn bringen die Thüringer Symphoniker zwei Kompositionen zur Aufführung, die erst Jahre nach ihrer Uraufführung wieder ins Licht gerückt werden konnten. Am Pult des 3. Sinfoniekonzerts am 10. und 11. November, um 19.30 Uhr im Meininger Hof Saalfeld, stehen junge Teilnehmer des Förderprogramms Dirigentenforum des deutschen Musikrates unter der Leitung von Chefdirigent Oliver Weder. Solistin ist die Südkoreanerin Meehae Ryo am Cello.

Beethovens „Sechste“ stand nach ihrer Uraufführung 1808 zunächst im Schatten der damals sehr beliebten „heroischen“ Sinfonien. Hector Berlioz war einer der Ersten, der sich von der Musik berühren und inspirieren ließ. Für ihn war sie gar „die schönste der Beethovenschen Kompositionen“. Als musikalisches Naturportrait von besonderer Eleganz und Weiträumigkeit wurde die „Pastorale“ zum Sinnbild der Beziehung zwischen Mensch und Natur – ein zeitloses Thema.

Auch der schwedische Komponist Tobias Broström, Jahrgang 1978, hat Beethovens Werk als Ausgangspunkt für sein Musikstück „On Urban Ground“ gewählt. Es geht naturgewaltig zu, allerdings fegt der Sturm nicht, wie bei Beethoven, übers sommerliche Land, sondern über städtischen Boden. Motive des Meisters werden gut verschleiert oder deutlich zitiert. Wie in der „Pastorale“ ruft bei Broström ein Kuckuck. Die Komposition entstand 2014 als Teil der Reihe „Beethoven & Beyond“, die im Rahmen des Veranstaltungsprogramms der Europäischen Kulturhauptstadt Umeå in Schweden aufgeführt wurde.

Im Gegensatz zu Beethovens Sechster galt das Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur von Joseph Haydn lange als verloren. Mit der Entdeckung einer Kopie desselben im Prager Nationalmuseum war 1961 ein musikalischer Schatz geborgen, aus der Zeit der Klassik eine echte Rarität, die aufgrund ihrer virtuosen Ansprüche eine große Herausforderung an den Interpreten darstellt. Den Solopart übernimmt Meehae Ryo. Sie erhielt ihre musikalische Ausbildung an der berühmten New Yorker „Juilliard School of Music“ und der Universität Michigan. 2013 erschien ein Album mit Cellokonzerten von Saint-Saëns und Elgar beim Klassiklabel Deutsche Grammophon.

Karten für beide Konzerte sind an den üblichen Vorverkaufsstellen des Theaters sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich. Für die Besucher aus Rudolstadt fährt ein kostenloser Bustransfer. Weitere Informationen sind unter www.theater-rudoltadt.de zu finden. Außerdem laden die Thüringer Symphoniker am 10. November, um 10 Uhr Schüler des Landkreises kostenlos zur Generalprobe in den Meininger Hof ein, für die eine Anmeldung im Besucherservice notwendig ist.

Foto: Agentur

weiterführende Informationen: → Link

November 2017

Veranstaltungskalender